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Der kritische Erfolgsfaktor in der Personalberatung

In Zeiten von Digitalisierung steht die Personalberatung genauso unter Druck wie viele traditionelle Branchen. Insbesondere die Suche nach Kandidaten, also der Research innerhalb einer exzellenten Personalberatung nimmt mehr an Bedeutung zu.

Die Digitalisierung sowie Jobbörsen und Businessnetzwerke üben Druck auf die Personalberater aus. Und das ist auch gut so. Als nach dem 1. Weltkrieg 1926 Thorndike Deland den Grundstein für unsere Branche legte, wollte er eigentlich in Nordamerika, den Mangel an Top-Persönlichkeiten in der Politik entgegenwirken und knüpfte persönliche Netzwerke, anstatt Stellenanzeigen zu schalten.

Vieles hat sich seitdem nicht geändert. Die so oft totgesagten Stellenanzeigen gibt es heute noch. In Zeiten von Xing, LinkedIn oder Jobbörsen wie Stepstone und Indeed spielen die „persönlichen Netzwerke“ jedoch immer weniger eine große Rolle. Viele Personalberater stellen heute überwiegend Studenten oder Absolventen ein, um in diesen Portalen nicht nur passende Kandidaten zu suchen, sondern diese auch gleich zu kontaktieren. Neudeutsch „Active Sourcing“.

Auf LinkedIn kann somit jeder CEO, CFO oder andere wichtige Persönlichkeit direkt angeschrieben werden und bekommt eine in der Regel schnelle Rückmeldung. Damit hat das Wort Netzwerk heute eine andere Bedeutung als zu Zeiten von Deland. Bis etwa 2005 war es so, dass Netzwerke primär aus persönlichen Netzwerken bestanden. Doch persönliche Kontakte bieten nicht immer einen Mehrwert und nehmen an Bedeutung ab. In einer digitalen Welt kennt jeder jeden. Persönlich oder online spielt erstmal keine Rolle.

Im digitalen Zeitalter nehmen intelligente und nachhaltige Datenbanken an Wichtigkeit zu. Es geht um das „Finden“ gepaart mit Schnelligkeit und der richtigen Qualität der Persönlichkeit. Im Personalberatermarkt ist daher ein Wandel in Sicht. Jede Personalberatung, die es sich leisten kann, hat in den letzten drei bis fünf Jahren eine interne Research-Abteilung aufgebaut, der Suche nach passenden Kandidaten mehr Gewicht zukommen zulassen.

Allerdings ist damit nicht alles getan. Um den anspruchsvollen Klienten nachhaltig mit den richtigen Persönlichkeiten zusammen zu bringen, verlangt es deutlich mehr.

Somit ist die Frage zu stellen, wie der Research aufgebaut ist? Gibt es belastbare Kontakte zu den Insidern der Branche, um an aktuelle Daten heran zu kommen? Wie ist die Suche im Web organisiert? Gibt es eine intelligente Datenbank oder sogar ein ERP-System, welches die schnelle Abwicklung des gesamten Suchprozesses garantiert? Und zu guter Letzt: werden auch bereits KI-Tools eingesetzt?

Was für die vorangegangene Generation ein reiner Kostenfaktor war, erfährt nun zunehmende Wertschätzung. Die Ansprüche unserer Kunden nehmen nicht nur zu, sondern fordern gleichzeitig größtmögliche Transparenz in den Suchprozessen. Laut einer internen Studie von DEININGER CONSULTING in 2021 möchten 89 % der Auftraggeber in vier bis sechs Wochen die ersten Kandidaten persönlich kennenlernen. Um diesen Ansprüchen gerecht zu werden, brauchen wir neben den erwähnten digitalen Lösungen vor allem eins. Das richtige Team im Research für eine effiziente Abwicklung des Suchmandats. Am Ende ist es ein Team-Work im digitalen Zeitalter, welches Hand in Hand gehen muss.

30.08.2021